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Anleitung

Die japanische Gehmethode

Japanisches Gehen ist eine einfache Intervall-Routine: 3 Minuten langsam, 3 Minuten zügig, 5 Mal wiederholt. Hier erfährst du genau, wie es geht, wie sehr du dich anstrengen solltest und wie du als Einsteiger aufbaust.

Aktualisiert am

Was ist japanisches Gehen?

Japanisches Gehen ist der populäre Name für das Interval Walking Training (IWT), eine Methode, die Professor Hiroshi Nose und sein Team an der Shinshu-Universität in Matsumoto (Japan) entwickelt haben. Statt in einem gleichmäßigen Tempo zu gehen, wechselst du alle 3 Minuten zwischen langsamem und zügigem Gehen.

Die Idee: Kurze Phasen höherer Anstrengung fordern Herz, Lunge und Beinmuskeln stärker als ein gemütlicher Spaziergang, während die langsamen Intervalle dir Erholung geben, damit du durchhältst. In der Forschung haben Erwachsene mittleren und höheren Alters das 30 Minuten lang an 4 oder mehr Tagen pro Woche gemacht (Nemoto et al., 2007).

Schritt für Schritt

  1. Langsam starten (3 Minuten). Geh in einem lockeren, entspannten Tempo. Das ist gleichzeitig dein Aufwärmen.
  2. Zügig gehen (3 Minuten). Mach größere Schritte, schwing die Arme mit und geh so schnell, dass es sich „etwas anstrengend“ anfühlt.
  3. Wieder langsam (3 Minuten). Lass die Atmung zur Ruhe kommen, aber bleib in Bewegung.
  4. Wiederholen. Eine langsame plus eine zügige Phase ergeben eine Runde. Mach 5 Runden, also 30 Minuten.
  5. Auslaufen. Geh zum Schluss ein paar Minuten locker und dehne Waden und Oberschenkel leicht.

Der kostenlose Timer auf unserer Startseite übernimmt den Wechsel für dich: ein sanfter Ton für jede langsame Phase, ein heller Ton für jede zügige und ein Schlusston am Ende.

Wie schnell solltest du gehen?

Die Forschung arbeitete mit Anstrengung statt mit Geschwindigkeit: etwa 40 % deiner maximalen Gehleistung in der langsamen und 70 % oder mehr in der zügigen Phase. Dafür brauchst du kein Labor. Nutze diese Merkmale:

MerkmalLangsamZügig
Anstrengung (0–10)3–4, leicht6–7, etwas anstrengend
SprechtestNormales Gespräch, Singen möglichKurze Sätze, Singen nicht möglich
AtmungEntspanntDeutlich tiefer und schneller
SchrittNatürlichGrößere Schritte, kräftiger Armschwung

Wenn du einen Pulsmesser hast, sollten sich die zügigen Intervalle klar anstrengender anfühlen als die langsamen. Der „richtige“ Puls hängt aber von Alter, Fitness und eventuellen Medikamenten ab – richte dich also zuerst nach deinem Gefühl.

4-Wochen-Plan für Einsteiger

Wenn dir 30 Minuten Intervalle viel vorkommen, steigere dich langsam. Jede dieser Stufen stellst du im Timer in wenigen Sekunden ein.

WocheLangsam / zügigRundenGesamtTage
13 Min. / 1,5 Min.418 Min.3
23 Min. / 2 Min.420 Min.3–4
33 Min. / 3 Min.424 Min.4
4+3 Min. / 3 Min.530 Min.4+

Das ist ein Vorschlag zur Steigerung und nicht Teil der ursprünglichen Studien. Ist eine Woche zu anstrengend, wiederhole sie. Fühlt sie sich leicht an, geh weiter.

Tipps für mehr Wirkung

Typische Fehler

Ist es das Richtige für dich?

Intervall-Walking ist gelenkschonend und wurde vor allem mit Menschen zwischen etwa 60 und 70 Jahren untersucht. Sprich trotzdem vorher mit deinem Arzt, wenn du eine Herz-, Lungen-, Gelenk- oder Blutdruckerkrankung hast, schwanger bist oder lange keinen Sport gemacht hast. Hör auf und hol dir Hilfe, wenn du Brustschmerzen, Schwindel oder ungewöhnliche Atemnot spürst.

Willst du wissen, was die Forschung wirklich herausgefunden hat? Lies was die Studien zum japanischen Gehen zeigen oder sieh dir den Vergleich mit 10.000 Schritten am Tag an.

Bereit für deine ersten 30 Minuten?

3 Minuten langsam, 3 Minuten zügig, 5 Mal. Den Wechsel übernimmt der Timer.